Seit dem 01.01.2007 müssen Webseitenbetreiber neben dem Impressum auch eine Datenschutzerklärung auf der Webseite vorweisen. Genauere Informationen gibt es bei Luebeckonline. Von dort habe ich auch die Vorlage für Anderscht? und diese an mein nichtkommerzielles Blog angepasst, sowie in Ich-Form formuliert. Gerne darf diese Vorlage mit einem kleinen Hinweis auf Anderscht? übernommen werden. Jedoch bin ich kein Jurist und kann für die Richtigkeit nicht garantieren.
Februar 1st, 2007
Heute habe ich nicht schlecht gestaunt, nachdem mich eine Google Web-Alert E-Mail auf die Seiten von NNTP2HTTP gelotst hat. Dieser Dienst ermöglicht es das Usenet bis 1995 zu durchforsten. Gut das ist nichts neues. Mit Google Groups geht das schon lange und deutlich komfortabler. Aber auf dieser Seite kann man nach E-Mailadressen eines Nutzers suchen. Der Dienst spuckt dann den zugehöhrigen Nick- oder Realnamen und alle Posts mit Datum und Uhrzeit der betreffenden Adresse aus. Bei Google ist das so nicht möglich!
Jeder hinterlässt im Netz spuren. Es muss sich nur jemand finden der die Daten aufbereitet. Dieser Dienst macht das. Und ist dennoch harmlos. Andere Firmen verdienen sehr viel Geld damit. Und wer seine Daten im StudiVZ in die Welt hinausposaunt braucht sich später nicht wundern, wenn er oder sie bei der Einstellung übergangen wird. Ich will mich darüber nicht lange auslassen. Das hat DonAlphonso in einem langen Beitrag bereits getan. Sehr lesenswert!
Dezember 12th, 2006
Und schon wieder ein Verweis auf die Tagesschau. In diesem Artikel wird die “Die dunkle Seite des Web 2.0″ beleuchtet.
Neue Dienste wie Flickr, Frappr und Co. ermoeglichen es den Nutzern scheinbar privat Bilder auszutauschen. Ebenso wie viele Blogs, in denen teilweise sehr persoenlich geschrieben wird (betrifft mich auch, dazu spaeter), oder sogar ueber die Firma oder den Chef geschimpft wird.
Das Problem dabei ist, dass den meisten Nutzern nicht bewusst ist wem all diese Informationen zugaenglich sind. Naemlich jedem! Solange es noch keine automatischen Auswertungsmoeglichkeiten gibt mag es noch kompliziert erscheinen. Eine einfach Googleanfrage nach einem Namen kann dem Personalchef aber oft sehr viel verraten! Es ist jedoch zu erwarten, dass Werbetreibende und andere mit schlimmeren Absichten mit der Aus- und Verwertung dieser “sozialen Web 2.0 Dienste” beginnen werden. Und dabei gilt nicht “Es gibt ja zuviele Daten. Die werden zugemuellt.”, sondern “Je mehr Daten, desto besser.”.
“Viele sind sich dessen gar nicht bewusst”, meint die Informatikerin Constanze Kurz von der Berliner Humboldt-Universität. “20 bis 23 Jahre alt” sind die Studenten in ihren Seminaren - eine Generation, die mit dem Internet groß geworden ist - und dabei “erstaunlich unbefangen” mit ihren persönlichen Daten umgeht, wie Kurz beobachtet.
Diese Aussage trifft nicht nur auf Angaben im Internet, sondern auch auf alle Bonus- und Sammelprogramme diverser Unternehmen. Datenschutz ist heute kein Begriff mehr, der in der Oeffentlichkeit kritisch hinterfragt wird. Daher kann er von der Regierung auch so leicht untergraben und geschwaecht werden.
Jetzt nochmal zu mir persoenlich. Mir ist durchaus bewusst, dass jeder der mein Blog liest ueber meine Colitis Ulcerosa informiert wird. Bei einer Einstellung mag das auch ein Hindernis sein. Jedoch haette ich gar nicht vor die Krankheit zu verschweigen. Ist auch zwecklos. Der Darm kommt raus und mit einem Stoma ist man offiziell behindert. Zwar schraenkt es praktisch nicht ein, aber eine Behinderung sollte (muss?) man angeben.
Vielmehr sollte in einem Blog auf eine sachliche Darstellung geachtet werden. Alles was man nicht persoenlich zu jemanden sagen kann, hat auch im Internet nichts verloren!
Februar 8th, 2006