Zu Alternativen für den Finder habe ich schon einiges geschrieben. Und dabei besonders Liquifile hervorgehoben. Leider wurde das gut ein Jahr lang nicht weiter entwickelt. Heute habe ich bei macnews.de Leap gesehen. Wer sich das Video ansieht, erkennt, dass es sich nicht wirklich um einen Ersatz handelt. Der Verzicht auf Ordnerstrukturen und die Tag-Sichtweise beinhaltet einen völlig anderen Ansatz. Zur schnellen Durchsicht, oder Suche mag sich Leap durchaus eignen.
Leider steht in den Systemvoraussetzungen ein G5. Würde mich auch nicht wundern, wenn es ohne 10.5 nicht alle Funktionen bereitstellt. Da ich nur einen G4 besitze, habe ich es nicht getestet.
Dieser potentielle Ersatz für den Finder kommt in der klassischen Zwei-Spalten-Ansicht des Norton Commanders daher. ForkLift ist derzeit Beta, scheint jedoch ganz gut zu funktionieren. Da er jedoch, ebenso wie der Finder, keine Baumansicht hat, setze ich diese Software nicht ein. Desweiteren gibt es XFolders und bedingt Liquifile über das ich bereits mehrfach berichtet habe.
Gefunden bei OS X Freeware.
Über Liquifile und Liquid-Browsing habe ich bereits berichtet. Nun ist Liquifile in der Version 1.5 erschienen und seit dem ein fast vollständiger Finder-Ersatz.
Neu ist die Darstellung von Ordnern. Diese erhalten nun, genau wie Dateien, eine Größenanzeige per Kreis. Im Gegensatz zu den Dateien ist dieser jedoch nicht gefüllt. Hinzu kommen Funktionen wie Löschen oder Kopieren, um die Daten nicht nur zu visualisieren, sondern auch damit arbeiten zu können. Auf der offiziellen Liquifile Homepage gibt es die Testversion, ein deutsches Einführungsvideo zu einer älteren Version, sowie ein Video von ScreenCasts Online (englisch) zur aktuellen Version 1.5.
Ohne dieses Video gesehen zu haben erkennt man nicht auf Anhieb sämtliche Möglichkeiten von Liquifile. Ich hoffe jedenfalls, dass Apple diese Software bereits gesehen hat und an eine Lizenzierung denkt.
Einführung
Vor kurzem bin ich meim Brennen über den Finder unter Apples Mac OS X 10.4 auf ein, meiner Ansicht nach, gravierendes Problem gestoßen. Eigentlich funktioniert das Brennen unter OS X sehr komfortabel (wenn man Anhaenger von Drag & Drop ist, was ich nicht bin):
Rechtsklick auf den Schreibtisch oder einen beliebigen anderen Ordner und "Neuer Brenn-Ordner" wählen.
Beliebige Dateien und/oder Ordner in den Brennordner ziehen.
Auf "Brennen" klicken. Lästige CD überprüfen Funktion wegklicken. Fertig.
In das Brennfenster gezogene Daten werden als Alias verlinkt (erkennbar durch den kleinen schwarzen Pfeil links am Dateisymbol). Das erlaubt es OS X ohne die zu brennenden Daten in einen Tempordner zu legen, eine CD zu brennen. Will ich eine Datei oder einen Ordner aus der Zusammenstellung löschen, so kann ich das gefahrlos tun, solange nur der Alias gelöscht wird.
Problembeschreibung Aber: Nehmen wir an es soll der Ordner "WichtigeTexte" mit den enthaltenen Dateien wichtig1.txt, ganzWichtig.txt und naja.txt gebrannt werden (siehe erstes Bild im Beitrag). Jetzt fällt mir aber ein die Datei naja.txt brauche ich auf der CD doch nicht. Also Doppelklick auf den Alias Ordner im Brennfenster (siehe zweites Bild im Beitrag). Wie man sieht wurde durch das Verfolgen des Alias in den Ordner WichtigeTexte hineinnavigiert. Löscht man nun die Datei naja.txt, so wird sie also nicht nur in der Brennzusammenstellung gelöscht, sondern auch im System und landet (hoffentlich) im Papierkorb. In diesem Beispiel mag man darauf achten und erkennt den Fehler sofort. Was aber ist, wenn eine CD mit vielen hundert Bildern gebrannt werden soll und es stellt sich heraus, dass nicht alle auf den Rohling passen? Im Eifer des Anpassungsgefechts (löschen!) wird ganz schnell übersehen, dass die Dateien auf der Platte verschwinden. Mir ging das zumindest so. Erschwerdend kommt hinzu, dass der Finder die Größe des Brennordners nicht fortlaufend aktualisiert. Dies muss man manuell anstoßen (siehe drittes Bild im Beitrag).
Lösung
Nun gibt es meines Wissens nur eine Methode dieses gefährliche Verhalten mit Bordmitteln zu umgehen: Dateien kopieren. Mit gedrückter Alt-Taste kann man den Finder zwingen keine Aliase anzulegen, sondern die Daten echt zu kopieren. Dann wird beim Löschen im Brennordner das Original verschont. Nachteil: Das Kopieren nimmt Platz weg (über vier Gigabyte bei einer DVD) und dauert gerade in Notebooks mit gewöhnlich nur einer langsamen Platte schon mal länger als das Brennen selbst.
Echte Lösung
Komfortabler ist die Nutzung eines eigenen Brennprogramms. Ich selbst verwende die Opensource Software Burn. Kommerzielle Programme sind unter anderem das vor kurzem veröffentlichte Disco und das weit verbreitete Toast. Mit diesen Programmen ist es auch ohne Umweg über iTunes eine Audio CD, oder gar eine Video CD/DVD zu brennen oder zu kopieren.
Über neue Ansätze im Desktopbereich und der Dateiverwaltung habe ich bereits berichtet. Zu ersterem den Desktop der Zukunft in 3D und letzterem das geniale Verwaltungstool als potentieller Finder-Ersatz für Mac OS X: Liquifile (mittlerweile in Version 1.3.3 mit Unterstützung für Kopieren und Löschen!). Von Matthias habe ich folgendes Video auf Youtube bekommen:
Die Idee ist nichts neues, die Umsetzung aber genial. Die zahlreichen Anwendungsbeispiele zeigen das Potenzial. Und: das ganze läuft wie man sieht auf einem Mac!
Gestern haben die Macfans unter meinen Lesern bestimmt die Keynote von Steve Jobs verfolgt. Seit heute gibt es auch das Video, was im Moment jedoch überlastet ist. Jedenfalls will ich mich gar nicht in die ganzen Lobeshymnen und Spekulationen von tausenden anderen Bloggern einstimmen. Eine Zusammenfassung gibts im Forum von Macuser.de. Zwei Sachen haben mich jedoch beeindruckt. Einmal als Anwender Time Machine und zum anderen als Programmierer Xcode 3.0.
Time Machine
Dabei handelt es sich um ein eingebautes BackUp Programm. Das wäre erst einmal nichts besonderes, wenn es nicht konsequent der exzellenten Bedienbarkeit von Apple Produkten folgen wuerde. Ein BackUp wird automatisch inkrementell angelegt, ohne dass sich der Nutzer darum kümmern muss. Eine externe Platte wird er wohl dennoch anschließen müssen! Dann kann man aus jeder unterstützten Anwendung heraus die Time Machine aufrufen, beliebig in der Vergangenheit "wandern" und die gelöschten Dateien wieder herstellen. Das alles war jetzt nicht so beeindruckend. Das wird es aber, wenn man sich das zugehörige Video ansieht. Wenn das tatsächlich so funktioniert ist das das genialste was ich die letzten zehn Jahre an Software gesehen habe.
Xcode 3.0
Bei Xcode handelt es sich um Apples hauseigene IDE zum programmieren. Ich selbst habe sie bisher nicht genutzt weil es durchaus Eingewöhnung verlangt. Und Eclipse läuft auf jeder Plattform mit allen möglichen Sprachen und Plugins. Neu in Xcode 3.0 ist unter anderem ein Feature des Debuggers. Das ist der erste Debugger (der mir bekannt ist) welcher sich in einer Debuggsession nicht linear verhält. Das heißt man kann nicht nur Schritte vorwärts, sondern auch zurück machen! Der Nicht-Programmierer stellt sich hier sowas ähnliches wie die "Rückgänging" Funktion in Programmen vor. Und jetzt stellt er sich bitte vor, sie wäre nicht da. Schlimm, oder :D?
Kritik
Vom neuen tausendmal besseren Finder hat man gar nichts gesehen. Apple sagt man will die besten Sachen noch nicht zeigen, damit Microsoft keine Zeit zum kopieren hat. Das Argument lasse ich aber nicht gelten. Erstens wird in Vista bestimmt nichts neues mehr eingebaut. Die Zeit ist zu knapp und außerdem ist das Betriebssystem derzeit eine feature complete Beta. Und zweitens hätte man einfach zugeben können, dass die verschwiegenen Dinge einfach noch nicht fertig sind. Ich mache einen Kauf von Leopard auf jeden Fall vom Finder abhänig. Und der muss wirklich tausendmal besser werden.
Wie bereits berichtet ist Liquifile ein sehr interssanter Ansatz um (in naher Zukunft?) den Finder unter Mac OS X zu ersetzen. Die Besonderheit an Liquifile ist die visuelle Darstellung von Metadaten.
Visuelle Darstellung von Metadaten
Was bedeutet das? Konkret werden Dateiinformationen wie Größe und Erstellungsdatum bzw. Änderungsdatum visuell dargestellt. Und zwar in Form von Kugeln in einem Zeit-Datei Koordinatensystem. Das hört sich jetzt viel komplizierter an als es ist. Jedoch ist etwas Eingewöhnung notwendig.
Dazu haben die Entwickler vor kurzem ein deutsches Video-Tutorial veröffentlicht. In einer guten viertel Stunde wird alles relevante erklärt. Ohne das Video konnte ich nur die Hälfte der Funktionalität nutzen!
Video-Tutorial von den Entwicklern
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle selbst ein paar Screenshots online stellen und berichten wie es mir mit Liquifile so ergangen ist. Mit dem Video und den Aufzählungen weiter unten ist aber bereits alles gesagt.
Was in der Beta noch fehlt, aber geplant ist
Bei der von mir getesteten Version handelt es sich um die erste offene Beta. Daher fehlen noch einige wichtige Dinge um mit Liquifile auch wirklich arbeiten zu können. Jetzt ist es "nur" eine Möglichkeit, um einen anderen Blick auf die eigenen Daten werden zu können. Folgendes kommt laut Entwickler die nächsten Tage:
Drag and Drop Unterstützung
Kopieren, Löschen, Ausschneiden
Shortcuts
Was ich mir wünsche
Dateien mit Anfangsbuchstabe X durch drücken von X anspringen. Ohne das ist die Minidarstellung von Dateien mit Hovereffekt, vor allem bei vielen Daten, eher hinderlich.
Merken von Fenstergröße, Position und Inhalt bei einem Neustart oder Neu-Öffnen.
Farbige Hervorhebungen wie im Finder, aber vielleicht auch für die Punkte. Das könnte zur Visualisierung von Datei-Typ-Gruppen wie Bilder, Filme, Dokumente usw. dienen.
Möglichkeit alle Ordner vor Dateien anzuzeigen. Schlimmstes Finderproblem (meine Meinung)!
Fazit
Sollte Apple im August mit den ersten Details zu Mac OS X 10.5 Leopard nicht einen nagelneuen Finder mit Beseitigung der schlimmsten Finder Bugs und Integration von Liquifile Features präsentieren, so sind die 10 US Dollar sehr gut angelegt!
Letzte Woche habe ich bereits von den Möglichkeiten moderner 3D Desktops, echten 3D Desktops und Liquid Browsing geschrieben.
Jetzt gibt es für Apples Mac OS X eine echte Anwendung des Liquid Browsings! Es nennt sich Liquifile und soll dem miserablen Finder, der Explorer unter OS X, paroli bieten. Das versuchen auch schon andere wie XFolders also kostenloses Beispiel. Bei Liquifile ist der Ansatz aber komplett neu und ich will das die nächsten Tage einmal ausprobieren. Dann wird hier ein kurzer Bericht folgen.